Hotelbewertungsportale

Hotelbewertungsportale

Endlich ist es soweit und und ein Gerichtsurteil gegen Hotelbewertungsportale setzt den willkürlichen Einträgen in  einen ersten Riegel vor. Hoffentlich folgen weitere Gerichte bzw. Instanzen diesem Beispiel.

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Die wichtigsten Auszüge aus dem Urteil gegen Hotelbewertungsportale

So zumindest das Landgericht Hamburg in einer aktuellen Entscheidung (Urteil vom 1. September 2011, Az.: 327 O 607/10, nicht rechtskräftig).
Ein Unternehmen, das Hotels betreibt, war gegen den Betreiber eines Portals vorgegangen, auf dem Hotels und deren Angebote bewertet werden konnten.

Eine Bewertung war für den Kläger mit erheblichen Nachteilen verbunden. Es fanden sich u.a. folgende Aussagen in der Darstellung:
„auf dem Nachttisch klebten Kaugummis von früheren Gästen, sämtliche Abflüsse in Bad und Waschbecken sind verstopft gewesen“.

Das Landgericht Hamburg nahm hier einen sogar Wettbewerbsverstoß des Portalbetreibers an.
Nach Ansicht der Richter liegt unabhängig von dem Inhalt der einzelnen Aussagen ein Wettbewerbsverhältnis zwischen Portalbetreiber und Hotelbetreiber vor.
Das Gericht begründet seine Ansicht u.a. wie folgt:
„…Zwischen den Parteien besteht ein Wettbewerbsverhältnis gemäß § 2 Nr. 3 UWG. Demnach ist „Mitbewerber“ jeder Unternehmer, der mit einem oder mehreren Unternehmern als Anbieter oder Nachfrager von Waren oder Dienstleistungen in einem konkreten Wettbewerbsverhältnis steht. Beide Parteien bieten unstreitig Beherbergungsleistungen an; die Klägerin durch ihre eigenen Hotels, die Beklagte durch Vermittlung fremder, darunter auch der klägerseitigen. Es liegt auf der Hand, dass die Übernachtungsleistungen der Klägerin durch die Übernachtungsleistungen, die die Beklagte vermittelt, substituierbar sind (so auch LG Berlin, Urt. v. 21.10.2010 – Az. 52 O 229/10, Anlage B9, S. 11). Die Funktion der von der Beklagten unterhaltenen Reiseplattform unter www… erschöpft sich gerade nicht im Bereithalten einer Meinungsplattform für Reisende, sondern die Beklagte vermittelt zuvörderst selbst Hotelübernachtungen und erzielt daraus Erlöse…“

Die Darstellung der Bewertungen dient nach Ansicht des Gerichts der Förderung des Wettbewerbs des Portalbetreibers:
„Das Bereithalten einer Bewertungsfunktion und das Publizieren fremder Hotelbewertungen steilen Handlungen der Beklagten dar. Dass das Bereithalten der Bewertungsfunktion als solche auf einem Verhalten der Beklagten beruht, bedarf keiner näheren Erläuterung. Aber auch das – hier den Kern der Beanstandung darstellende – Publizieren fremder Ho-telbewertungen ist eine Handlung der Beklagten im Sinne des § 2 Nr. 1 UWG. Denn die Beklagte ist es, die die Entscheidung über das „Ob“ der Veröffentlichung der einzelnen Bewertungen trifft. Die Nutzer können – anders als etwa in anderen Foren oder sozialen Netzwerken durchaus üblich – ihre Beiträge nicht selbst online stellen, sondern bedürfen eines Freigabeaktes durch die Beklagte. Für diesen Freigabeakt nimmt sich die Beklagte nach eigenem Vortrag auch bis zu 3 Wochen Zeit, in der sie die eingesandte Bewertung erst einer automatisierten Prüfung mittels einer speziellen Software unterzieht und dann je nach deren Ergebnis einer manuellen „Tiefenrecherche“. Dieses Prüfverfahren kommuni-ziert sie auch nach außen als „ein aufwändiges TÜV-zertifiziertes Prüfverfahren“, um den Nutzern „glaubwürdige und aussagekräftige Hotelbewertungen bieten“ zu können…. Das Prüfungsteam der Beklagten ist auf der Homepage auch zumindest mit den Vornamen namentlich benannt (vgl. Anlage K11). Folglich schaltet die Beklagte erst nach erfolgter Prüfung durch dieses Prüfungsteam die Bewertung online. Zudem verdichtet die Beklagte die Nutzerbewertungen zu Durchschnittsnoten, Weiterempfehlungsraten und Trends, ergänzt um die Empfehlung anderer benachbarter Beherber-gungsbetriebe. Die Handlungsqualität kann daher dem Verhalten der Beklagten nicht abgesprochen werden…“

1962 in Düsseldorf geboren, 2 Kids.
Bis Anfang 2009: 30 Jahre in der Hotellerie, davon 20 Jahre als Direktor tätig.
Seit 2009 in Wien lebend.
Seit 2000 im Internet tätig.
2006 den 1. Hotelblog mit WordPress in Deutschland aufgebaut

Bin 2006 auf WordPress gestossen, Anfänglich nur als reiner Benutzer, dann aber immer mehr rein gekommen und es wurde immer interessanter.
Habe mich  2015 auf Webseiten und Shops mit WordPress spezialisiert. Viel Lehrgeld bezahlt, viel Zeit investiert und auch manchmal verloren. Vielen sogenannten Gurus auf den Leim gegangen.

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