Hotel California 2.0: der Google Hotel Finder

Seit Ende 2012 ist der Google Hotel Finder auch der deutschen Sprache mächtig. Das Tool gilt als Googles direkte Antwort auf etablierte Namen wie HRS oder Trivago und unterstreicht seine Ambitionen durch eine möglichst intuitive und schnörkellose Bedienung. Und tatsächlich: zumindest dieser Punkt geht schon auf den ersten Blick klar an Google. Die schlichte Effizienz weiß nämlich durchaus zu überzeugen.

 

Ein denkbar einfacher Start

Der Hotel Finder ist ein weiterer Beweis dafür, dass Google seine Konkurrenz schon längst nicht mehr in anderen Suchmaschinenanbietern sieht, sondern eher in Lifestyle-IT-Marken wie Apple. Die spartanisch gehaltene Startseite verzichtet auf große Designs und stellt einzig die beiden Suchfelder in den Mittelpunkt. Dort werden – wenig überraschend – Ort und Datum eingegeben, bevor sich das wahre Gesicht der kalifornischen Hotelsuchmaschine zeigt.

 

Immer alles im Blick

Was dann folgt, ist ebenfalls recht unkompliziert, nämlich ein zweigeteilter Bildschirm, wie er auch von anderen Google-Diensten wie Maps bekannt ist. Bedeutet: Links die Daten und Zahlen, rechts die Karte der vorher eingegebenen Stadt. Mangelnde Prinzipientreue muss sich Google also nicht vorwerfen lassen. Einen triftigen Grund, vom Fahrplan abzuweichen, gäbe es ohnehin nicht, denn auch die Hotelsuche wirkt auf diese Weise höchst sauber und übersichtlich. Die links gelisteten Hotels werden rechts als rote Punkte auf der Karte angezeigt. Ein Klick auf die Punkte ruft Detail-Informationen zum jeweiligen Hotel auf den Schirm, darunter finden sich Erfahrungsberichte. Die obere Navigationsleiste ermöglicht außerdem verschiedene Filtereinstellungen.

 

Manuelle Präzision ist gefragt

Der erste wirkliche Aha-Effekt stellt sich auf der Karte selbst ein. Genauer: Wenn es darum geht, das Zielgebiet einzugrenzen. Dies geschieht nämlich nicht über weitere Filterfunktionen, sondern mit dem Mauszeiger. Mit vier weißen Rahmenpunkten können beliebige Flächen definiert werden, sodass lediglich die gewünschten Stadtteile übrigbleiben. Parallel dazu verändert sich dann auch die Hotelliste auf der linken Seite. Aufmerksame Betrachter wittern hier jedoch gleich auch eine potenzielle Verbesserung für die Zukunft. Was nämlich, wenn der Reisende entweder in München-Bogenhausen oder in München-Sendling wohnen möchte, und nirgendwo sonst? Mehrere voneinander unabhängige Suchflächen lassen sich nämlich nicht erstellen. Ein schwerwiegender Mangel ist das aber wirklich nicht.

 

Ehre, wem Ehre gebührt

Ein weiteres nennenswertes Feature zeigt sich erst auf den zweiten oder dritten Blick. Dabei handelt es sich um eine schmale, grau unterlegte Auswahlleiste im unteren linken Bereich. In die dort vorhandenen freien Felder können Hotels aus der Liste per Drag & Drop gezogen werden, sodass sie auch bei längeren Suchvorgängen nicht aus dem Fokus fallen. Fazit auch hier: einfach, angenehm und nützlich.

 

Die Reise geht weiter

Mit einem Klick auf den roten Buchungsbutton verlässt man das gesellschaftsprägende Google-Universum letztendlich. Die Buchung selbst erfolgt nämlich über Vermittler wie hotels.com oder budgetplaces.com. Denkbar, dass Google auch hier in Zukunft eine größere Rolle spielen wird, indem auch die Rolle als direkter Buchungsvermittler ins hauseigene Repertoire aufgenommen wird. Zwar verdient Google per CPC-Verfahren schon jetzt an jedem weitergeleiteten User – exakt 0,2 Prozent der Rate, um genau zu sein – doch wer Google kennt, der weiß, dass es auf lange Sicht immer gerne ein wenig mehr sein darf. Die Überlegungen in Richtung Bidding-Methode für hohe Hotel-Rankings sind nur ein weiterer Fingerzeig.

 

Nicht neu, aber ziemlich überzeugend

Alles in allem ist der Hotel Finder „nur“ eine weitere Ausweitung des bewährten Google-Prinzips. Das betrifft sowohl Aufmachung als auch Technik. Dennoch treten die Kalifornier mit dem Hotel Finder noch einen weiteren Beweis an, nämlich den, dass man das Rad nicht neu erfinden muss, um Maßstäbe zu setzen. Natürlich: Kartenansicht, Preis-, Bewertungs-, Ausstattungsfilter und Buchungslinks gibt es bei HRS & Co ebenfalls. Bei Google sieht es allerdings besser aus und fühlt sich auch so an.

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